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KA35: Fantasie

Nach den Themenschwerpunkten »Freiheit« und »Jugend« wollen wir uns in der Kritischen Ausgabe dem Thema »Fantasie« widmen und dieses aus dem Blickwinkel der Literatur beleuchten. Das Genre Fantasy erfreut sich bereits seit Längerem besonderer Beliebtheit und ist aus den Bestsellerlisten mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Besonders im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur erscheinen seit einigen Jahren stetig neue Fantasyromane, die nicht nur die jungen Leser in fremde Welten entführen oder mit mystischen Wesen in Kontakt bringen. Erfolgreiche Buchreihen wie George R. R. Martins A Song of Ice and Fire und die dazugehörige Fernsehserie Game of Thrones zeigen, dass der Lockruf des Phantastischen auch viele Erwachsene erreicht.

Weit weniger geläufig ist vielen Lesern der Begriff Phantastik, der häufig fälschlicherweise als deutsches Synonym für Fantasy verwendet wird. Tatsächlich ist die Fantasy als Subgenre der Phantastik zu betrachten. Die literarische Phantastik zeichnet sich im Gegensatz zur Fantasy dadurch aus, dass hier das Wunderbare als Bruch in der Realität wahrgenommen und entsprechend angezweifelt wird. Als wichtiger Vertreter der Phantastik ist etwa E. T. A. Hoffmann zu nennen. Und auch im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur ist das Phantastische präsent, so zum Beispiel in Michael Endes Die unendliche Geschichte oder in jüngerer Zeit in Cornelia Funkes Roman Tintenherz.

Im Themenheft »Fantasie« möchten wir explizit beide Genres – Phantastik und Fantasy – betrachten.