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KA33: Freiheit

Freiheit ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass das menschliche Zusammenleben reibungslos funktioniert. Nicht erst der Terror, der gegenwärtig zur allgemeinen Verunsicherung beiträgt, führt jedoch vor Augen, dass um die Freiheit als Ideal der Gesellschaft immer wieder von neuem – mit Anderen oder aber auch mit sich selbst – gekämpft werden muss. Gerade in der Zeit der großen Aufklärer erlebte die Diskussion der Freiheit einen Höhepunkt und hat seitdem vielleicht an Tiefe, jedoch nicht an Prägnanz und Brisanz verloren. Wie abstrakt ihre Konzeption auch sein mag, die Frage nach der Freiheit ist schon immer Thema und gerade die Literatur stellt eine eigene Folie dar, um diesen Urstreit in verschiedensten Formen auszutragen. In diesem Heft finden sich Beiträge zu Schellings Freiheitsschrift und den Werken von Marina Abramović, Ulay und Paul B. Preciado, die Körper- und Freiheitsgrenzen zum Thema haben. Außerdem wird Freiheit als paradigmatischer Bruch in der deutschen und brasilianischen postkolonialen Literatur untersucht, die Entfaltung neuer ästhetischer Verfahren durch bestimmte Zensur- und Selbstzensurdynamiken am Beispiel des ungarischen Dadaismus thematisiert und schließlich die Frage nach der Forschungsfreiheit selbst aufgeworfen.