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Bahnhofsvorplatz

Seit Jahrzehnten steht der Bonner Bahnhofsvorplatz im Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen. Wo bis in die 1960er Jahre historistische Bauten der heute so geliebten »Gründerzeit« standen, erstreckt sich heute ein terrassierter Platz mit einem Hotel- und Geschäftsbau. In dieser sogenannten »Südüberbauung« fanden auch die Läden Platz, die ihre ursprüngliche Behausung durch Abriss verloren hatten.

Der Platz selbst ist in all seinen Bereichen Ausdruck der Stadtmodernisierung Bonns, das seit 1949 provisorische Bundeshauptstadt und Regierungssitz war. Hier sollte ein modernes Eingangstor zur Stadt geschaffen werden, das als Verkehrsknotenpunkt höchste planerische und gestalterische Anforderungen erfüllen musste. Überdies sollte es auch technisch funktional und ästhetisch hochwertig sein.

Entsprechend waren Planung und Bau den Stimmungen und Veränderungen der Zeit unterworfen und gab der Entwurf schon in der Bauzeit Anlass zur Diskussion unter Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen, aber auch unter Politikern und Bürgern. Ergebnis war ein Bahnhofsvorplatz, der aufgrund des damaligen gesellschaftlichen und ästhetischen Wandels nicht fertig gebaut wurde, sodass sein Gesamtkonzept heute nicht mehr leicht nachvollziehbar ist. Dazu trägt auch bei, dass der Platz seit seiner Eröffnung viel zu wenig gepflegt wurde und Schäden nicht angemessen repariert worden sind. Der Eindruck der Vernachlässigung lässt sehr schnell über die eigentlichen Qualitäten, die in vielen Bereichen heute noch erkennbar und erfahrbar sind, hinwegsehen.

Der siebte Architekturführer der Werkstatt Baukultur Bonn bietet die Gelegenheit, mehr über die Idee und das Konzept des Bahnhofsvorplatzes aus den 1970er Jahren zu erfahren.